Rund ums Baby

Is(s)t es doch kein Bauchgefühl mehr?

 

Die Schwangerschaft ist so eine wundervolle Zeit in der du dich und das neue Leben in deinem Körper richtig kennen und lieben lernst.

 

Eine schöne Vorstellung und ja, ich genieße diese Monate auch sehr und ich bin gerne schwanger. Aber manchmal, da würde ich mir wünschen, den Bauch für einen Moment ablegen zu können und unbeschwert im Supermarkt die Cola für meinen Freund in den Einkaufswagen zu legen, ohne dass ich von allen Seiten böse Blicke ernte. Und dann Super-GAU -kommt doch tatsächlich noch Salami mit aufs Band. Die Frau hinter mir scharrt schon mit den Hufen um einen Belehrungsmonolog zu halten.

Ich sag wie es ist: Ich habe in der Schwangerschaft nicht wirklich meine Ernährung umgestellt und verzichte auch fast vollkommen auf Zusatzpräparate. In den ersten drei Monaten habe ich zusätzlich Folsäure zu mir genommen und seit einigen Wochen trinke ich ein Glas Stillsaft am Tag, der auch für Schwangere geeignet ist. Aber nicht aus den offensichtlichen Gründen, das sind im Prinzip nur ein paar gemixte Fruchtsäfte. Ich nehme davon ein Gläschen zu mir da ich, wie kann ich das jetzt öffentlich korrekt ausdrücken, das Badezimmer öfter sehe, wenn ihr versteht was ich meine.

Natürlich achte ich auf das was ich zu mir nehme. Seitdem mein Toxoplasmose Test negativ war sowieso. Aber tut es wirklich Not, den Schwangeren so sehr Angst zu machen? Wenn man mal ins Internet schaut, ist das voll von Beratungsseiten, die einem sagen was man auf keinen Fall essen darf. Irgendwo ganz unten steht dann vielleicht, lassen sie sich den übrig geblieben Salat mit Luft und Liebe schmecken, denn es bleibt ja kaum etwas Anderes über. Kein Käse, keine Eier, um Himmels Willen bloß kein Fisch und wehe dir, wenn du irgendetwas mit Mayonnaise essen würdest.

Leider stelle ich immer wieder fest, dass ich eine der Wenigen bin, die sich nicht so stressen lassen. Auf der anderen Seite kann ich aber die Frauen auch verstehen, die sich unsicher sind und Angst haben, etwas falsch zu machen. Denn jeder will doch das Beste für sein Kind. Und wenn dann die Werbungen für die Präperate auftauchen, die für fünfzig Euro eine Packung beste Versorgung versprechen, dann meint man doch man tut das Bestmögliche für seine Gesundheit und die des Babys.

Und das ist jetzt nur meine Meinung, ich will niemanden auf die Füße treten der das Anders sieht, oder zu irgendetwas raten. Die Schwangerschaft ist ein Thema voller Privatsphäre, in der jeder seine Wertigkeiten selbst abstecken muss. Doch in meinen Augen leben wir unter so gut überwachten hygienischen Bedingungen und haben dazu alle nur erdenklichen Lebensmittel in hervorragender Qualität zur Verfügung, dass ich mir sicher bin die benötigten Stoffe über eine ausgewogene Ernährung holen zu können.

Ich habe mich gerade durch meinen Beruf viel mit Essen befasst, denn ein wichtiger Fokus der kindlichen Früherziehung liegt mittlerweile auf gesunder Ernährung. Gleich am Anfang der Ausbildung zur Erzieherin ist das bereits ein Hauptfach, in dem natürlich alles Theoretische erläutert, aber sogar als fester Bestandteil regelmäßig gemeinsam gekocht wurde. Also warum dass dann nicht auch in der Schwangerschaft weiterhin so leben?

Damit ihr mal so eine Vorstellung bekommt was ich mit Einschränkungen meine – hier ein kleiner Einblick:

Ich verzichte …

  • auf rohes Fleisch und rohen Fisch (Der Verzicht auf mein geheiligtes Lachs Nigiri fällt mir sehr schwer)
  • auf Rohmilchkäse
  • weitestgehend auf Salami (aber am Sonntag waren da auch schon mal ein paar Scheibchen auf meiner Semmel)
  • natürlich auf Alkohol
  • und auf zu viel Kaffee (Sogar auf ärztlichen Rat sind zwei Tassen Milchkaffee überhaupt kein Problem. Aber mehr habe ich vor der Schwangerschaft auch nicht getrunken)

Das war´s. Und mir und meinem Kind geht es hervorragend. Natürlich sind Kontrollen wichtig, um handeln zu können. Aber meine Werte waren bisher immer im Normbereich. Denn ich bin der festen Überzeugung, mein Körper weiß was er da tut. Was hingegen durch Studien erwiesen und bestätigt wurde und überhaupt nicht gut ist für das Kind ist – Stress.

Und das Essen schmeckt doch auch gleich viel besser, wenn es mit Genuss und Bedacht aber ohne Hintergedanken genossen werden kann.

In diesem Sinne – Guten Appetit

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