Quick Talk

Und dann kam alles anders…

Wenn man sich dem Ende der Schwangerschaft nähert, dann macht man sich (spätestens) Gedanken über die Geburt.

Wie wird sie wohl verlaufen? Wie gut werde ich mit den Schmerzen zurecht kommen? Wird es lange dauern und was zur Hölle kommt da eigentlich auf mich zu?

Ich war im Hinblick auf die Entbindung immer sehr positiv eingestellt. War echt entspannt und sehr freudig gegenüber dem was da kommen würde, denn die einzigen Schmerzen, bei denen man am Ende belohnt wird, sind Wehen. Und habe es mir immer als persönliches Mantra genommen, dass jede Wehe für sich mag schlimm sein, aber sie bringt mich näher an mein Kind. Und zu wissen, dass mein Körper dafür geschaffen wurde, ein Kind zu gebären, es so viele andere vor mir geschafft hatten und dann auch noch mein Partner an meiner Seite war, gab mir den Mut ganz entspannt der großen Hürde “Geburt” entgegen zusehen.

Naja, wie ihr merkt, sage ich immer war. Denn dann kam alles anderes…

Routineuntersuchung beim Frauenarzt. Alles paletti bis – zum Ultraschall. Da stellte sich nämlich heraus, dass sich unser kleiner Sturkopf in der 36. Schwangerschaftswoche gedreht hatte. In die Beckenendlage. Sprich, sein Steiß ist mittlerweile bombenfest mit meinem Becken verkeilt, da wo eigentlich sein Kopf sein sollte. Es gäbe Möglichkeiten das Kind noch im Mutterleib zu drehen, aber (bitte keine Diskussion wieso, weshalb, warum) Manuel und ich haben uns bewusst dagegen entschieden. Die Risiken standen für uns letztendlich nicht im Verhältnis zum Ergebnis.

Fazit der Geschichte: Kaiserschnitt.

Inzwischen bin ich fein damit, dass mein Kind und die Natur eben so entschieden haben. Auch wenn ich mir eine spontane Entbindung sehr gewünscht hätte, habe ich mich mit der Situation jetzt abgefunden und kann es gut annehmen. Denn das Ergebnis ist am Ende des Tages das Gleiche, auch wenn der Weg dorthin ein Anderer ist.

Wir sind Eltern.

Die Art und Weise der Geburt sagt nichts über mich als Mutter aus, nichts über die Bindung zu unserem Kind und die Liebe, die ich für ihn empfinde. Und jetzt haben wir, außer natürlich der kleine Mann leitet die Geburt noch selbst ein, einen festen Termin an dem wir ihn endlich kenne lernen dürfen. Und dieser Tag ist schon so unfassbar nahe und greifbar, dass mir die Tränen kommen. Vor Vorfreude und Glück und sehnlichster Erwartung. Denn nach neun Monaten unter meinem Herzen in meinem Bauch, will ich dich endlich in meinen Armen halten.

Der Weg ist das Ziel sagt man immer. Aber manchmal, da entscheidet sich das Leben für eine Abzweigung mehr. Und dann ist halt eben das Ziel das Ziel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.